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„Auch zukünftig werden in Gohrisch Schostakowitsch-Premieren zu erleben sein“

Mit einem vom Publikum frenetisch beklatschten Kammerkonzert unter der Mitwirkung von Gidon Kremer, Madara Pētersone (beide Violine) und Georgijs Osokins (Klavier) gingen die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch am Nachmittag des 27. Juni 2021 zu Ende. Pandemiebedingt fand die 12. Ausgabe des bis heute einzigen Schostakowitsch-Festivals weltweit im Festspielhaus Hellerau statt.

Sieben Konzerte und eine Filmvorführung mit der Deutschland-Premiere des Dokumentarfilms „A Journey of Dmitry Shostakovich“ von Oksana Dvornichenko und Helga Landauer standen vom 24. bis 27. Juni auf dem Programm des diesjährigen Festivals. Alle Konzerte waren mit annähernd 200 Besuchern nahezu ausverkauft. Neben dem Orchesterkonzert mit kapelle21 unter der Leitung von Petr Popelka begeisterten das Quatuor Danel, das Borodin Quartet, die Pianisten Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev sowie der Geiger Dmitry Sitkovetsky, der Cellist Friedrich Thiele und die beiden Sängerinnen Julia Sitkovetsky (Sopran) und Anna Kudriashova-Stepanets (Mezzosopran) ihr Publikum im Festspielhaus Hellerau. 

Mit dem Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch wurde die Leiterin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs Dr. Olga Digonskaya auszeichnet, die inzwischen mehr als 300 bislang unentdeckte Manuskripte aus der Feder von Schostakowitsch ausfindig gemacht hat – darunter neun jugendliche Klavierwerke von Schostakowitsch, die nach ihrer Streaming-Premiere im Jahr 2020 nun erstmals von Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev vor Publikum aufgeführt wurden. Eine weitere Uraufführung von Schostakowitsch war im Konzert mit kapelle21 zu erleben, als erstmals Schostakowitschs Streichorchesterbearbeitung des langsamen Satzes aus der Klaviersonate op. 13 („Pathétique“) von Ludwig van Beethoven erklang. 

In ihrer Dankesrede bekannte Olga Digonskaya: „Seit ich im Jahr 2017 erstmals in Gohrisch war, hat sich eine echte Freundschaft zu Tobias Niederschlag und den Schostakowitsch Tagen entwickelt. Ich freue mich schon auf die kommenden Jahre, und ich bin sicher, in Gohrisch werden weitere Schostakowitsch-Entdeckungen ihre Premiere erleben.“ 

Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch: „Wir sind überglücklich darüber, dass unser Festival in diesem Jahr wieder vor Publikum stattfinden konnte! Das war so vor wenigen Wochen noch nicht absehbar. Die Konzentriertheit und Begeisterungsfähigkeit unseres Publikums sind einmalig. Das stellen auch alle Künstler fest, die zu uns kommen. Diese besondere Atmosphäre ist ganz sicher ein maßgeblicher Grund dafür, dass jedes Jahr von Neuem Weltklassekünstler ohne Honorar bei den Schostakowitsch Tagen auftreten.“

Die 13. Ausgabe der Internationalen Schostakowitsch Tage findet vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 statt, dann wieder am Ursprungsort des Festivals, in der Konzertscheune in Gohrisch.


Restkarten für vier Konzerte verfügbar

Es gibt noch einige Restkarten für vier Konzerte der diesjährigen Schostakowitsch Tage: für das Kammerkonzert mit Buchpräsentation, das Wandelkonzert, das Kammerkonzert II und die Filmvorführung. Alle anderen Konzerte sind ausverkauft. Hier geht es zur Ticketbestellung.


Festivalprogramm 2021 vorgestellt

Die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch 2021 zu Gast in Hellerau
Der 12. Festivaljahrgang hält auch am Ausweichspielort prominente Künstler und zahlreiche Ur- und Erstaufführungen bereit

Die 12. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch sind in diesem Jahr zu Gast im Festspielhaus Hellerau: Nach gründlicher Abwägung aller denkbaren Szenarien erwies sich die Verlegung in das Europäische Zentrum der Künste in Dresden-Hellerau als sichere Alternative, um das Festival 2021 stattfinden lassen zu können. Der Umbau der Konzertscheune in Gohrisch ist jedes Jahr mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden, denen in diesem Jahr – bei coronabedingt eingeschränkter Platzkapazität – ein großes finanzielles Defizit gegenübergestanden hätte. Zudem sind die Hotels in der Sächsischen Schweiz noch immer nicht geöffnet, was die Planungssicherheit für die überwiegend von außerhalb anreisenden Besucher nicht gewährleistet hätte.

„Einmaliger Ausflug nach Hellerau“
„Wir haben lange überlegt, wie wir das Festival in Gohrisch stattfinden lassen können“, so der Künstlerische Leiter der Schostakowitsch Tage, Tobias Niederschlag. „Schließlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Verlegung nach Hellerau unter den derzeit noch geltenden Bedingungen alternativlos ist. So sehr wir die Verlegung bedauern, freuen wir uns nun auf die Zusammenarbeit mit dem großartigen Team in Hellerau und auf die ideale Infrastruktur des Festspielhauses am Rand der schönen und historischen Gartenstadt. Dies ist aber ein einmaliger ‚Ausflug‘ nach Hellerau: Im kommenden Jahr soll das Festival wieder in Gohrisch stattfinden – dem Ort, der durch seine Authentizität und seine einzigartige Atmosphäre die Legitimität für unser Festival darstellt!“

Weltstars versammeln sich erneut beim Festival
Die Schar der Solisten und Ensembles, die für das Festival 2021 gewonnen werden konnten, ist erneut prominent besetzt. Die Geiger Gidon Kremer und Dmitry Sitkovetsky werden ebenso erwartet wie die Pianisten Yulianna Avdeeva und Dmitry Masleev, die Quartettformationen Quatuor Danel und das Borodin Quartet sowie kapelle21 unter der Leitung von Petr Popelka.

Mehrere Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen
„Bei der Zusammenstellung des Programms war es uns wichtig, den Fokus in besonderer Weise auf den Namensgeber der Schostakowitsch Tage zu richten“, so Tobias Niederschlag. „Deshalb stehen etliche Werke von Dmitri Schostakowitsch auf dem Programm, die bislang nie bei den Schostakowitsch Tagen erklungen sind. Es macht uns froh und glücklich, dass wir erneut mehrere Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen von Schostakowitsch in unserem Programm präsentieren können. Außerdem sind jene neun Klavierkompositionen Schostakowitschs nun erstmals live vor einem realen Publikum zu erleben, die wir im vergangenen Jahr aus Pandemiegründen in einem transkontinentalen Stream-Projekt präsentiert haben.“

Acht Veranstaltungen in drei Tagen
Das Eröffnungskonzert (24. Juni 2021, 19.30 Uhr) wird erneut vom Quatuor Danel gestaltet. Mit Schostakowitschs Streichquartetten Nr. 2 und Nr. 5 musiziert das Ensemble zwei Werke, die zum ersten Mal bei den Schostakowitsch Tagen zu hören sein werden. // In einer Buchpräsentation am Folgetag (25. Juni 2021, 11 Uhr) stellt die Autorin Danuta Gwizdalanka eine neue Biographie über den Komponisten und Schostakowitsch-Freund Mieczysław Weinberg vor. Dazu erklingt Weinbergs Klavierquintett op. 18 mit dem Quatuor Danel und Dmitry Masleev – auch dieses Werk ist zum ersten Mal Bestandteil des Festivalprogramms. // Die Pianisten Dmitry Masleev und Yulianna Avdeeva teilen sich ein Klavierrezital (25. Juni 2021, 19.30 Uhr), bei dem sie die im letztjährigen Stream uraufgeführten Klavierstücke Schostakowitschs (Drei Fugen o. op., Sechs Klavierstücke aus den Jahren 1918-1920, Scherzo op. 1a, Präludium und Fuge cis-Moll o. op., Vervollständigung durch Krzysztof Meyer) nun auch vor einem Live-Publikum im Saal präsentieren werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird der Internationale Schostakowitsch Preis Gohrisch an Dr. Olga Digonskaja, die Leitende Archivarin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs, verliehen, die in den vergangenen Jahren über 300 unbekannte Schostakowitsch-Manuskripte entdeckt hat.

Lieder und Romanzen, einst für die Kriegsfront bearbeitet
In einem Wandelkonzert (26. Juni 2021, 11 Uhr) im Umfeld des Festspielhauses Hellerau präsentierten der Geiger Dmitry Sitkovetsky, seine Tochter, die Sopranistin Julia Sitkovetsky, und der Cellist Friedrich Thiele eine Auswahl an Liedern und Romanzen diverser Komponisten, die Schostakowitsch 1941 für Konzerte an der Leningrader Kriegsfront bearbeitet hat. Diese Arrangements sind zum ersten Mal in Deutschland zu hören. Aufgelockert wird das Programm durch einige der Klavier-Präludien op. 34 von Schostakowitsch, die Dmitry Sitkovetsky eigens für das Wandelkonzert für Violine und Violoncello arrangiert hat (Uraufführungen). Auch die Serenade von Gaetano Braga, die Schostakowitsch für sein nicht vollendetes Opernprojekt „Der schwarze Mönch“ bearbeitet hat, erklingt erstmals in Deutschland. An der Aufführung dieses Werkes wie auch der Romanzen auf Gedichte von Alexander Blok op. 127 ist ebenfalls die Pianistin Yulianna Avdeeva beteiligt. // Eine Filmvorführung (26. Juni 2021, 16 Uhr) stellt den Dokumentarfilm „A Journey of Dmitry Shostakovich“ von Oksana Dvornichenko und Helga Landauer, der Schostakowitschs letzte große Reise von Moskau nach New York 1973 zum Thema hat, in englischer Originalsprache erstmals einem deutschen Publikum vor. // Ein weiterer Kammerabend mit dem legendären Borodin Quartet (26. Juni 2021, 19.30 Uhr) umfasst drei weitere Streichquartette Schostakowitschs (Nr. 1, 11 und 12), die bislang nicht beim Festival erklungen sind.

Auch eine Beethoven-Bearbeitung von Schostakowitsch erklingt erstmals
In einem Aufführungsabend (27. Juni 2021, 11 Uhr) gastiert erneut kapelle21 mit dem Dirigenten Petr Popelka. Auf dem Programm steht die Kammersymphonie nach dem Streichquartett Nr. 10 in der Bearbeitung von Rudolf Barschai (erstmals beim Festival) sowie eine frühe Bearbeitung des Adagio cantabile aus Beethovens Klaviersonate „Pathétique“ von Schostakowitsch für Streichorchester, die im Rahmen des Festivals zur Uraufführung kommt. Außerdem steht die zweite Symphonie von Mieczysław Weinberg auf dem Programm, die Kurt Sanderling gewidmet ist und an seinen 10. Todestag erinnert – der erste Schirmherr der Schostakowitsch Tage starb im September 2011 während des zweiten Festivals. // Zum Abschlusskonzert (27. Juni 2021, 16 Uhr) kehrt der Weltstar Gidon Kremer zu seinem dritten Auftritt zu den Schostakowitsch Tagen zurück. Gemeinsam mit der Geigerin Madara Pētersone, Konzertmeisterin der Kremerata Baltica, und dem Pianisten Georgijs Osokins musiziert er Werke von Arvo Pärt, Mieczysław Weinberg und Dmitri Schostakowitsch.

Sämtliche Konzerte dauern zwischen 60 und 90 Minuten und finden ohne Pause statt. Auf Konzerteinführungen wird aufgrund der aktuellen Pandemiesituation in diesem Jahr verzichtet.

Sonderkonzert Sächsische Staatskapelle Dresden
Über den aktuellen Stand des Sonderkonzertes am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch (23. Juni 2021, 20 Uhr) mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Vladimir Jurowski (Solist: Leonidas Kavakos) im Dresdner Kulturpalast können Sie sich auf der Website www.staatskapelle.dresden.de informieren. Da es sich hierbei um eine Veranstaltung der Sächsischen Staatskapelle handelt, sind auch die Tickets über die Website des Orchesters bzw. der Semperoper zu beziehen.

Kartenvorverkauf und Corona-Vorgaben
Wegen zahlreicher Festivalpass-Vorbestellungen und der coronabedingt begrenzten Kapazität im Festspielhaus Hellerau (maximal 120 Plätze) werden erwartungsgemäß nur wenige Restkarten in den freien Verkauf gehen. Der Vorverkauf hierfür beginnt am 10. Juni 2021. Aktuelle Informationen und Buchungsmöglichkeit ebenfalls unter www.schostakowitsch-tage.de. Hier finden Sie auch konkrete Corona-Vorgaben für den Besuch der Konzerte (aktuelle Nachweise von Testung oder Impfung etc.).

Spielort 2021
HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste I European Centre for the Arts
Karl-Liebknecht-Straße 56  I  01109 Dresden I hellerau.org


Corona-Update

Programm wird am 31. Mai bekanntgegeben

Liebe Schostakowitsch-Freunde aus nah und fern,

die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch 2021 rücken näher. Im Normalfall wüssten Sie über das Programm Bescheid, nichts stünde infrage. Aber wir leben in einer herausfordernden Zeit, in der es die Kultur besonders schwer hat. Im vergangenen Jahr mussten wir unser Festival coronabedingt auf ein Streaming-Projekt reduzieren, und auch in diesem Jahr haben wir es infolge der anhaltenden Pandemie mit großen Unwägbarkeiten zu tun. Sie betreffen die Konzerte und ebenso die Übernachtungen.

Wir arbeiten mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten daran, das Festival stattfinden zu lassen – und die aktuelle Entwicklung gibt uns Hoffnung. Viele großartige Künstler freuen sich ebenso wie Sie, bald in die Konzertscheune zurückzukehren!

Derzeit bereiten wir das Festival unter geltenden Auflagen vor, die unter anderem reduzierte Platzkapazitäten und eine andere Sitzordnung bedeuten. Wenn alles so läuft, wie wir es uns wünschen, werden wir am 31. Mai 2021 das Programm veröffentlichen. Sofern Sie bereits einen Festivalpass bestellt haben, werden wir Sie dazu gesondert informieren. Haben Sie sich in der Zwischenzeit trotz Festivalpassbestellung gegen den Besuch der Schostakowitsch Tage entschieden, bitte wir Sie freundlich um eine entsprechende Information.

Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis und hoffen auf ein Wiedersehen im Kurort Gohrisch Ende Juni.

Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter der internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch
Martin Steude, Geschäftsführer der FestivalKultur Sächsische Schweiz FEKUSS gGmbH


Vergünstigte Festivalpässe

Noch bis zum 31. Januar bestellbar

Ab sofort können wieder vergünstigte Festivalpässe für die kommenden Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch erworben werden. Da wir hinsichtlich der Bestuhlung der Scheune noch flexibel bleiben müssen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, nehmen wir Ihre Bestellung (formlos per E-Mail an tickets@schostakowitsch-tage.de) zunächst ohne Platzbindung und auch ohne Bezahlung auf. Dabei möchten wir den Preis für einen Festivalpass in Höhe von 200 € stabil halten, ohne dies heute garantieren zu können. Sobald es sich abzeichnet, dass das Festival stattfindet, werden wir Sie umgehend kontaktieren und die offenen Fragen konkretisieren. Wir hoffen, dass Sie für dieses Prozedere Verständnis haben werden – und dass Sie wieder zahlreich von diesem Angebot, das bis zum 31. Januar 2021 gilt, Gebrauch machen werden.


Neujahrsgrüße

Ein Rück- und Ausblick des Festivalleiters Tobias Niederschlag

Liebe Freundinnen und Freunde der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch,

was für ein Jahr liegt hinter uns! Ein Jahr großer Einschränkungen und Entbehrungen, ein permanentes Schwanken zwischen Hoffnung und Perspektivlosigkeit, auch ein Jahr großer wirtschaftlicher Unsicherheit, das letztlich viel Kraft gekostet hat. Umso mehr hoffe ich, dass Sie alle gesund und wohlauf sind und dies in den nächsten Wochen und Monaten auch bleiben mögen.

Voller Elan wollten wir in diesem Jahr an den Erfolg des Jubiläumsfestivals 2019 anknüpfen und hatten uns viel vorgenommen: etliche Ur- und Erstaufführungen von Dmitri Schostakowitsch, renommierte Künstler*innen aus nah und fern, ein Tanzprojekt, das die Entstehung einer Choreographie zum achten Streichquartett erlebbar machen sollte, dazu als roter Faden eine umfangreiche Würdigung des Jubilars Ludwig van Beethoven.

Im Frühsommer wurden die Konzert- und Opernhäuser vorübergehend wieder geöffnet, doch dies geschah unter strengen Schutzmaßnahmen und bei deutlich reduziertem Publikum. Für unser Festival war dies leider keine Option: Die Umbaumaßnahmen der Scheune, erweitert um zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, und all das bei einem Bruchteil der sonst zugelassenen Besucher – dies hätte zu einem riesigen finanziellen Defizit geführt, für das keine Aussicht auf Erstattung bestand.

So mussten wir das Festival schweren Herzens absagen. In dieser Situation haben viele von Ihnen ganz oder teilweise auf eine Erstattung der Kartenpreise verzichtet und uns dadurch wie auch durch weitere Spenden ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht. Dafür danken wir Ihnen herzlich!

Völlig sang- und klanglos wollten wir das Festival allerdings nicht ausfallen lassen. In einem kurzfristig organisierten, transkontinentalen Stream-Projekt haben wir Anfang Juli mit drei namhaften Pianisten aus Russland insgesamt neun Uraufführungen von Schostakowitsch zumindest virtuell präsentieren können: Yulianna Avdeeva spielte in Gohrisch, Dmitry Masleev in Moskau und Daniil Trifonov im amerikanischen Connecticut. Damit haben wir, unter völlig neuen Vorzeichen, unseren internationalen Anspruch unterstrichen, und die Fülle an Schostakowitsch-Uraufführungen hat in den Medien weltweit für beachtliches Aufsehen gesorgt. Neben den wunderbaren Künstlern trugen dazu auch unsere Partner MDR/ARTE Con-cert, die Deutsche Grammophon und Primavera Consulting bei, wofür auch Ihnen herzlich gedankt sei.
Doch eines haben die letzten Monate ebenfalls deutlich gezeigt: Der spektakulärste Stream oder die originellste Präsenz im Internet können das Live-Erlebnis eines klassischen Konzertes nicht ersetzen. Und schon gar nicht das unseres Festivals, das von seiner einzigartigen Atmosphäre lebt, die nicht zuletzt durch Sie, sehr geehrte, liebe Gäste und Interessenten, zum Tragen kommt.

So sind wir inzwischen schon wieder mitten in den Planungen für das nächste Festival, die 12. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch – in der großen Hoffnung, dass das Festival vom 24. bis 27. Juni 2021 stattfinden kann. Wir werden vieles nachholen, das in diesem Jahr ausgefallen ist, auch neue Premieren von Dmitri Schostakowitsch präsentieren, seinen Werken außerdem Musik von Igor Strawinsky gegenüberstellen, dessen Todestag sich 2021 zum 50. Mal jährt. Auch die Preisverleihung an Dr. Olga Digonskaya, die uns in den letzten Jahren viele ihrer Schostakowitsch-Trouvaillen anvertraut hat, haben wir auf das kommende Jahr verschoben. Am 23. Juni 2021 ist wieder ein Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle im Dresdner Kulturpalast geplant, das unser Festival in gewohnter Weise einläuten soll.

Die Scheune wird für die Festivaltage "coronatauglich" umgebaut und angepasst. Wir setzen alles daran, das Festival im kommenden Jahr durchzuführen und wirtschaftlich weitestgehend abzusichern. Hierfür sind wir – mehr denn je – auf Ihre Hilfe angewiesen: Spenden sind auch für das kommende Jahr hochwillkommen, unsere Bankverbindung finden Sie hier. Und Sie können sich auch in diesem Jahr wieder vorab Ihre Pässe sichern. Da wir hinsichtlich der Bestuhlung der Scheune noch flexibel bleiben müssen, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, nehmen wir Ihre Bestellung (formlos per E-Mail an tickets©schostakowitsch-tage.de) zunächst ohne Platzbindung und auch ohne Bezahlung auf. Dabei möchten wir den Preis für einen Festivalpass in Höhe von 200 € stabil halten, ohne dies heute garantieren zu können. So-bald es sich abzeichnet, dass das Festival stattfindet, werden wir Sie umgehend kontaktieren und die offenen Fragen konkretisieren. Wir hoffen, dass Sie für dieses Prozedere Verständnis haben werden – und dass Sie wieder zahlreich von diesem Angebot, das bis zum 31. Januar 2021 gilt, Gebrauch machen werden.

Wie Sie sehen, sind wir also voller Hoffnung für das kommende Jahr! Wir haben Sie in diesem Jahr sehr vermisst und freuen uns auf ein Wiedersehen im Juni 2021. Der gesamte Vorstand des Vereins Schostakowitsch in Gohrisch wünscht Ihnen, trotz aller Einschränkungen, ein guten Start in ein glücklicheres neues Jahr. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

Ihr Tobias Niederschlag
Künstlerischer Leiter der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohris