30.05.2017

Michail Jurowski in Gohirsch - Erste CD der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

Berlin Classics und die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch starten eine neue Kooperation: In einer Reihe von Veröffentlichungen sollen Höhepunkte des Festivals auf CD erscheinen. Den Anfang macht eine CD mit der Staatskapelle Dresden und dem Dirigenten Michail Jurowski.

Im Juli 1960 komponierte Dmitri Schostakowitsch in Gohrisch sein berühmtes Achtes Streichquartett in c-Moll op. 110. Es ist das einzige seiner Werke, das außerhalb der Sowjetunion entstand. In Erinnerung an Schostakowitschs Aufenthalt wurden 2010, genau 50 Jahre später, die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch in Leben gerufen, die seither an drei Tagen im Jahr ein musikbegeistertes Publikum aus aller Welt in den Kurort locken.

Das Festival wurde maßgeblich von der Sächsischen Staatskapelle Dresden initiiert, die hier mit namhaften Gästen konzertiert – und schon nach dem ersten Jahrgang schwärmte die F.A.Z.: "An authentischem Ort, getragen von einem musikbegeisterten Verein, namentlich aber von Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle, gelang hier etwas Einzigartiges, das man in dieser Ausgewogenheit sonst eher von etablierten Festivals wie in Salzburg oder Bayreuth erwarten würde: ein thematisch klug konzentriertes Konzept, realisiert von namhaften Künstlern, veredelt vom Genius Loci." 

Ein Gohrisch-Künstler der ersten Stunde ist der Dirigent Michail Jurowski, der mit dem Komponisten als Kind noch vierhändig Klavier spielte ("er kannte mich, bevor ich ihn kannte") und heute als ein besonders authentischer Schostakowitsch-Interpret gilt. Von 2010 bis 2013 war er jährlich bei den Schostakowitsch Tagen zu erleben und leitete Konzerte der Sächsischen Staatskapelle in der Gohrischer Konzertscheune bzw. in einem Konzertzelt.

Höhepunkte dieser Zusammenarbeit sind jetzt auf einer ersten CD mit Live-Mitschnitten vom Festival nachzuhören: Neben der Kammersymphonie op. 110a (der Orchesterfassung des Achten Streichquartetts von Rudolf Barschai) dirigiert Michail Jurowski Werke von Arvo Pärt und dem erst vor wenigen Jahren entdeckten Schostakowitsch-Freund Mieczysław Weinberg, denen im Festivalprogramm Schwerpunkte gewidmet waren. Den Abschluss bildet Schostakowitschs Vokalzyklus „Aus jiddischer Volkspoesie“ op. 79 – ein Werk, das aufgrund des sowjetischen Antisemitismusʼ zunächst für viele Jahre "in der Schublade" verschwand, das Michail Jurowski aber umso mehr am Herzen liegt. 

1960 Schostakowitsch Dresden