Internationaler Schostakowitsch Preis

Mit dem alljährlich verliehenen Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch sollen Persönlichkeiten gewürdigt werden, die sich in besonderer Weise um das Schaffen Schostakowitschs verdient gemacht haben.

Internationaler Schostakowitsch Preis 2011

Als enger Weggefährte und authentischer Interpret der Werke Dmitri Schostakowitschs hat Kurt Sanderling († 18.9.2011) Musikgeschichte geschrieben. Am 27. Mai 2011 wurde der große Dirigent vom Vorstand des Vereins „Schostakowitsch in Gohrisch“ mit dem „Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch“ ausgezeichnet. 
Kurt Sanderling lernte Schostakowitsch während des Zweiten Weltkrieges in Sibirien kennen. Als Chefdirigent der Leningrader Philharmonie (1942-1960, neben Jewgeni Mrawinski) sowie später des Berliner Sinfonie-Orchesters (1960-1977) und der Staatskapelle Dresden (1964-1967) war er einer der führenden Interpreten der Werke des russischen Komponisten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg dirigierte Sanderling mit der fünften Symphonie die erste Aufführung eines Schostakowitsch-Werkes nach der zweiten Verurteilung des Komponisten 1948 und trug damit maßgeblich zur Rehabilitierung Schostakowitschs in der Sowjetunion bei, was dieser ihm nie vergaß.
Kurt Sanderling war den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch seit Anbeginn als Schirmherr neben Ministerpräsident Stanislaw Tillich eng verbunden.

Der Preis wurde gestiftet von Piano-Gäbler, Dresden und den Edelstahlwerken Schmees, Pirna.

Internationaler Schostakowitsch Preis 2010

Rudolf Barschai (1924-2010) wurde während der Festtage im September 2010 als erster Künstler mit dem Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch geehrt. Bei Schostakowitsch hatte Rudolf Barschai Kompositionsunterricht, mit Prokofjew diskutierte er Fragen der Instrumentierung, und nicht nur Alexander Lokschin fand in ihm einen Anwalt seiner Musik: Barschai war es, der gegen den massiven Widerstand der Bürokratie und in engem kreativen Kontakt mit dem Komponisten im Jahr 1969 die vierzehnte Symphonie von Schostakowitsch mit seinem Orchester uraufführte. Als berühmteste seiner eigenen Instrumentierungen ist die Kammersymphonie op. 110a von Dmitri Schostakowitsch nach dessen achtem Streichquartett in die Musikgeschichte eingegangen.
Seine Krankheit verhinderte, dass er den Preis persönlich entgegen nehmen konnte. Der Schostakowitsch-Verein übergab den Preis posthum an Rudolf Barschais Witwe.

Der Preis wurde gestiftet von Piano-Gäbler, Dresden und den Edelstahlwerken Schmees, Pirna.