Über das Festival 2017

8. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch vom 23. bis 25. Juni 2017

An drei Tagen im Jahr wird der Luftkurort Gohrisch zum Mekka der Schostakowitsch-Freunde aus aller Welt: Seit 2010 finden hier in enger Kooperation mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt. Dmitri Schostakowitsch komponierte 1960 in dem Kurort sein berühmtes achtes Streichquartett, in dem er seinem Leiden unter dem Sowjetregime in bedrückender Weise Ausdruck verlieh. 

Schostakowitsch - Weinberg - Gubaidulina

Im achten Festivaljahrgang stehen der Musik Schostakowitschs Werke zweier Zeitgenossen gegenüber: Das umfangreiche Oeuvre des polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996) findet erst seit wenigen Jahren Eingang in das internationale Musikleben. Weinbergs Biografie ist durch schwere Schicksalsschläge gekennzeichnet (Vertreibung durch die Nationalsozialisten, antisemitische Hetze in der Sowjetunion), die er in einer Musik voller Tragik, aber auch mit sublimiertem Humor verarbeitete. Mit Schostakowitsch verband ihn gegenseitige Bewunderung und eine herzliche Freundschaft. Bereits 2012 wurde Weinberg in Gohrisch mit einem Programmschwerpunkt gewürdigt. Parallel zum diesjährigen Festival gelangt auch sein spät entdecktes musiktheatralisches Hauptwerk "Die Passagierin" in der Semperoper zur Dresdner Premiere. 

Sofia Gubaidulina (geboren 1931) wurde noch als Studentin von Schostakowitsch darin bestärkt, ihren eigenen Weg zu gehen, ganz "sie selbst zu sein". Dieser Anspruch ist in ihrer konzentrierten und spirituellen Musiksprache bis heute erkennbar. In Gohrisch wurde der Komponistin, die in der Saison 2016/17 bereits zum zweiten Mal als Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle amtiert, schon 2014 ein Schwerpunkt gewidmet. In diesem Jahr wird die inzwischen 85-Jährige, die als eine der größten lebenden Tonsetzerinnen gilt, erneut in der Sächsischen Schweiz erwartet. 

Von allen drei Komponisten kommen im Programm zentrale Werke zur Aufführung. Besonderes Augenmerk verdienen dabei eine Deutsche Erstaufführung und gleich vier Uraufführungen – das Festival macht seinem Anspruch, Neues zu präsentieren, damit alle Ehre. 

Mit einem Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle am Vorabend der Schostakowitsch Tage in der Dresdner Semperoper hält erstmals auch die groß besetzte Symphonik von Schostakowitsch Einzug in das Festivalprogramm!

2012 Dresdner Streichquartett
2011 Konzertzelt Gohrisch3
2010 Saechsische Staatskapelle