Über das Festival 2018

9. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch vom 22. bis 24. Juni 2018

Im September 1959 – nur wenige Monate, bevor er in Gohrisch sein achtes Streichquartett komponierte – war Dmitri Schostakowitsch einer der prominentesten Besucher des Festivals "Warschauer Herbst" bei dem er mit führenden Komponisten der polnischen Avantgarde zusammentraf. Das Thema "Schostakowitsch und die polnische Moderne" wird daher beim diesjährigen Festival genauer beleuchtet, wobei neben Schostakowitsch auch die Komponisten Witold Lutosławski, Krzysztof Penderecki und Krzysztof Meyer im Fokus stehen. Alle drei feiern 2018 runde Geburtstage: Lutosławski, der Doyen der neueren polnischen Musik, wäre in diesem Jahr 105 Jahre alt geworden, Penderecki und Meyer wurden vor 85 bzw. 75 Jahren geboren.

In der Konzertscheune erklingen zentrale Kammermusik-, Chor- und Orchesterwerke aller vier Komponisten, die gegenseitige Einflüsse, aber auch Unterschiede deutlich machen dürften. Außerdem stehen drei Uraufführungen und drei Deutsche Erstaufführungen auf dem Programm.

Krzysztof Meyer, seit dem ersten Festival ein Stammgast in Gohrisch, hat für die Schostakowitsch Tage ein neues Streichquartett (Nr. 15) geschrieben, das die Musiker des Lutosławski Quartet aus der Taufe heben werden. Von Krzysztof Penderecki, der die Schostakowitsch Tage zum ersten Mal besucht, gelangt eine neue Fassung seiner "Ciaccona in memoriam Johannes Paul II." zur Uraufführung. Und mit einem kurzen Impromptu für Viola und Klavier wird auch der jüngste Sensationsfund im Schaffen Schostakowitschs erstmals öffentlich erklingen: Die Musikwissenschaftlerin Olga Digonskaya hat die beiden Manuskriptseiten, die Schostakowitsch 1931 für den Bratscher Alexander Ryvkin schrieb, erst im September 2017 im Moskauer Staatsarchiv ausfindig gemacht.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Musik für zwei Pianisten gewidmet. Schostakowitschs Concertino für zwei Klaviere erklingt hier ebenso wie Lutosławskis "Paganini Variations". Das Klavierduo GrauSchumacher bringt darüber hinaus drei Bearbeitungen Schostakowitschs für Klavier vierhändig bzw. für zwei Klaviere zur Deutschen Erstaufführung: Schostakowitsch arrangierte die Werke von Strawinsky, Mahler und Honegger, um sie in dieser Form seinen Moskauer Kompositionsstudenten nahezubringen.

2012 Dresdner Streichquartett
2012 Dresdner Streichquartett
2011 Konzertzelt Gohrisch3
2011 Konzertzelt Gohrisch3
2010 Saechsische Staatskapelle
Die Sächsische Staatskapelle Dresden mit Michail Jurowski, Aufnahme aus dem ersten Festivaljahr 2010